Transkreta Teil 1
Etappe 1
Fakten:
Kato Gouves - Gournes - Heraklion - Knossos - Skalani - Karteros - Gournes - Kato Gouves
55km 1:10:00h 21,3km/h 58,8km/h ~250hm
Nach erfolgreicher Landung, der Taxifahrt zu unserer über Internet bestellten Unterkunft und dem Zusammenbau unserer Räder, wollten wir noch einen kleinen Ausflug zur berühmten Ausgrabungsstätte von Knossos tätigen. Dabei fuhren wir entlang der Küste westwärts auf der Old Road mit starkem Rückenwind nach Heraklion. In dieser Stadt erwartete uns das typisch südländische Verkehrsverhalten, was wir zu dieser Zeit noch nicht gewöhnt waren und deshalb als wahnsinnig belastend empfanden. Der Anstieg nach Knossos erfolgt über eine stark befahrene Straße ... auch kein Vergnügen. Die Besichtigung der Palastanlage war recht unspektakulär, da keinerlei beschreibende Schilder aufgestellt sind. Der Besuch ist trotzdem auch für Nichthistoriker empfehlsam, aber man sollte sich den Kauf eines Führers erlauben und sich 2-3 Stunden Zeit nehmen. Die Rückfahrt zum Quartier wollten wir uns über Heraklion ersparen und wichen über eine angenehm zu fahrende Schotterpiste südlich von Knossos über Skalini aus. Die Küste und damit die Old Road erreicht man auf diesem Wege knapp östlich hinter dem Flughafen. Zum Glück hatte sich in der Zwischenzeit der Wind wieder einigermaßen beruhigt.
Etappe 2
Fakten:
Kato Gouves (0) - Gouves - Koxari (160) - Kalo Horio (300) -
Potamies (160) - Gonies (330) - Kera - Ambelos Afhin (900) - Pinakiano - Tzermiado (815)
46,7km 3:53:00h 12,0km/h 55,9km/h 1296hm
Leider hatte mich in der Nacht und an diesem Tage der Durchfall gut im Griff, womit wir starke Probleme hatten vorwärts zu kommen. Ich fühlte mich sehr geschwächt und dann kam auch noch dieser harte böige Südwind hinzu. Der erste Teil der Strecke durch Gourves und Kalo Horio war sehr steil und wie schon erwähnt windig. Man fährt dabei an dem gut sichtbaren, mit Lauschantennen bestückten, Ede-Berg vorbei. Danach erfolgt eine Abfahrt und ein leichter Anstieg nach Potamies, wo wir eine lange, mit Salat versüßte, Mittagspause einlegten. Anschließend radelten wir über eine Art Ebene bis nach Gonies. Ab da erfolgte ein furchtbarer Anstieg mit langen Schiebepassagen. Der Grund für die Schieberei lag in den dermaßen stark böigen Wind, so dass wir zum Teil Gefahr liefen von der Straße, und somit in den Abhang, gedrückt zu werden (ohne Scheiß). Am schlimmsten war der Sturm in der Enge des Ambelospasses, wo wir den höchsten Punkt unserer Etappe erreichten. Schön sind die mitlerweile zerfallenen Windmühlen am Zugang zur Lassithi-Hochebene anzuschauhen. Leider sind von den traditionellen Windrädern kaum noch welche in Betrieb um Wasser zu fördern. Daher findet man nicht mehr den von Postkarten bekannten Anblick der Lassithi mit den Windrädern vor. Es folgte eine kurze Abfahrt hinab in die Lassithi-Hochebene und die Fahrt auf dem Ringweg nach Tzermiado. Die Übernachtung erfolgte in dem einzig offenen Hotel am Ortsausgang.
Etappe 3
Fakten:
Tzermiado (815) - Agio Georgios - Panagia Limnakaro (1080) - "Pass" (1180) - Embaros (485) - Thomadiano (420) - Martha - "Pass" (530) - Keratokambos (0) - Tsoutsouros (0)
58,5km 3:28:00h 16,8km/h 55,8km/h 929hm
Zu Beginn der Etappe fuhren wir auf dem Rundweg der Lassithi-Hochebene über Agio Georgios nach Avrakondes. Am Dorfplatz biegt man links auf einen Schotterweg ab (bei uns noch durch einen roten Pfeil symbolisiert). Ab hier konnten wir auf einer wunderbar zu fahrenden Schotterpiste einige Höhenmeter hinter uns bringen und hinter dem Sattel zur Kapelle Panagia Limnakaro abfahren. Da die Sonne mächtig brannte legten wir eine Rast zwischen den davor befindlichen Bäumen ein und besichtigten die kleine, mit weihrauchgeschwängerter Luft befüllte, Kapelle. An der nächsten Kreuzung - hinter dem Gatter - fuhren wir geradeaus und nach wenigen hundert Metern kam die nächste Kreuzung an der man sich rechts halten muss, um nicht zur gut sichtbaren Hütte aufzufahren. Der nächste Pass kam schnell heran und ab da kamen wir in den Genuss eines wahrhaft prächtigen Schotterdownhills. Kilometerweit schlängelte sich die Piste bergab nach Embaros. Im dahinterliegenden Dorf Thomadiano legten wir die wohlverdiente Mittagspause ein und genossen den wunderbar frischen griechischen Salat und die Besiegung des Dikti-Gebirges. Die anschließende Überfahrt nach Martha ist unspektakulär, aber landschaftlich schön. Der nun folgende längere Anstieg auf einer überdimensionalen Asphaltpiste machte wenig Spass, die darauf folgende Abfahrt mit herrlichem Blick auf das Libysche Meer schon ehern. In Keratokambos gabs nochmal nen Kaffee am Meer und dann fuhren wir entlang der Küste auf einer recht häßlichen Piste nach Tsoutsouros. Dabei handelt es sich um ein kleines Fischerdorf mit wenigen Touristen und grobsteinigen Strand. Aus reiner Pflichterfüllung hab ich mich noch am Abend durchgerungen in feuchte Nass zu springen. Eins muß man Kreta im April lassen - das Wasser ist herrlich sauber und mit 16°C auch angenehm temperiert.
Etappe 4
Fakten:
Tsoutsouros (0) - Ahendrias (680) - Ethia (710) - Mournia - Paranimfi (600) - Platanias (860) - "Pass" Kofinas (1100) - Panagia (300) - Vasiliki - Leto - Tripti (0) - "Pass" (250) - Lendas (0)
84,8km 6:52:46h 12,3km/h 63,6km/h 2425hm
Nach einem kräftigen Frühstück ging es nun an die Durchquerung des Asteroussia-Gebirges auf einer zuerst richtig steilen Schotterpiste, die ersten 150hm bergauf. Der Anstieg nahm dann angenehmere Ausmaße an, so dass wir die ersten 680hm bis Ahendrias recht flott hochkamen und noch nicht zu viele Körner dabei liessen. Bei der Überfahrt nach Ethia und Paranimfi wechselte der Untergrund zwischen Asphalt und Schotter. Gleichzeitig bekamen wir etwas Nass mit viel Wüstenstaub aus Afrika ab, was recht unangenehm war. Der Aufstieg zu den Ruinen von Platanias gestaltete sich orientierungstechnisch als schwierig, da die Karten Kreuzungen auswiesen die es nicht gab. Zum Glück konnten uns Einheimische den Weg weisen. Man fährt einfach den großen Schotterweg hinter dem Dorf durch das Tal entlang bis zum Ende, wo man kurz vor den Ruinen an der Kreuzung nach rechts oben abbiegt. Der nun folgende Anstieg war wieder härterer Natur. Oben angekommen hatten wir durch schlechte Sichtverhältnisse starke Probleme mit der Orientierung. Schön war aber der Anblick des hohen Berges Kofinas gewesen. Wir fuhren an der ersten Kreuzung geradeaus und an der nächsten nach rechts. Das Problem war, das es massenweise Wege da oben gibt, welche irgendwo beginnen und irgendwo enden... naja, wir kamen am Ende nach einem saugenialen Schotterdownhill in Panagia in der Mesara-Ebene heraus. Es folgte die Überfahrt durch einen Olivenhain nach Vasiliki und der Aufstieg zum Eingang der Tripti-Schlucht. Ein wunderbares Panorama erstreckte sich ab hier vor uns. Kreisende Geier und schroffe Felswände zierten die Abfahrt. Nach der Durchfahrt durch die Enge der Tripti-Schlucht kommt man direkt am Strand des Libyschen Meeres heraus ... was für ein Anblick. Nach ein paar Minuten der Ruhe erfolgte der Aufstieg zum nächsten 250m hohen Pass, wobei wir noch einen Zwischenstop zum Schlauchwechseln einlegen mussten. Die Überfahrt nach Lendas gestaltete sich nach dem langen Tag als äußerst zäh und nervenaufreibend, da konnte auch die wunderschöne Natur nichts gegen ausrichten. Am Ende des Tages waren wir jedenfalls echt platt, aber es war von der Piste her der schönste Tag gewesen - soviel Schotterpiste sahen wir den Urlaub nie wieder.
Etappe 5
Fakten:
Lendas (0) - "Pass" (528) - Miamou (430) - Agios Kirillos - Platanos - Agii Deka (140) - Mires (140) - Roufas (~350) - Panagia - Zaros (310)
60,94km 4:17:04h 14,2km/h 59,1km/h 1230hm
An diesen Tag entschieden wir uns für die leichtere Überfahrt nach Miamou über die größere Asphaltstraße. Die anschließende Überfahrt nach Agios Kirillos war eine reine Katastrophe. Zuerst wählten wir den falschen Weg, also wieder zurück. Dann bogen wir zu zeitig ab, somit legten wir wahrscheinlich unnötige Meter bzw. Höhenmeter zurück. Aber wir haben es am Ende doch recht gut gelöst, denn überraschenderweise kamen wir unmittelbar vor Agios Kirillos wieder raus - was solls. Auf einer langgezogenen Abfahrt in die Mesara-Ebene bemerkten wir einen schleichenden Platten. Also flogen wir mit zweimaligen Aufpumpen quer durch die schöne, mit Erdbeerfelder gesäumte, Ebene nach Agii Deka, wo wir einen Schlauch kaufen wollten (wir hatten ja keine Reserve mehr). Da es dort keinen gab, fuhren wir vorbei an der Ausgrabungsstätte Gortis (der früheren römischen Hauptstadt) nach Mires. Auch da bekamen wir keinen Schlauch mit französischen Ventil, also flickten wir den mit zwei kleinen Löchern verzierten Schlauch - fuhren ein paar Meter und bemerkten den nächsten Platten - diesmal bei mir. Also nochmal geflickt und dann machten wir uns auf die Socken, da die Zeit uns langsam davon rannte. Die Überfahrt über Roufas und Platanos war herrlich. Langsam bäumte sich immer mehr das Ida-Gebirge vor uns auf, an dessen Fusse unser diestägiges Ziel lag. Zaros ist auf ganz Kreta zum einen für die Forellenzucht und zum anderen für das überall auf Kreta verkaufte Quellwasser bekannt. Wir bekamen - gleich rechts, am Ortseingang bei einem netten, deutschsprechenden älterem Mann - eine gemütliche Unterkunft.
Etappe 6
Fakten:
Zaros (310) - Gergeri - Agia Varvara (560) - Agios Mironas (410) - Heraklion Ammoudara (0) - Tilissos - Gonies (610) - Anogia (750)
86,2km 5:00:04h 17,2km/h 56,1km/h 1559hm
Ohne Ersatzschlauch wollten wir uns nicht auf Geländefahrten im Idagebirge einlassen. Also entschieden wir uns nach Heraklion zu fahren zu einem Stützpunkt von Hellasbikes (i.ü. gehört die Crew nicht mehr zu Hellasbikes, sondern nennt sich nun Martins Bike Station). Die Auffahrt nach Gergeri war landschaftlich eine wahre Wonne - ebenso die darauffolgende Auffahrt nach Agia Varvara. Die Anstiege sind recht gemächlich und asphaltiert mit wenig Verkehr. Auf der anschließenden Abfahrt nach Agios Mironas legten wir einen Zwischenstop bei der Kapelle Rhizenia ein, von wo aus man einen malerischen Blick auf das entfernte Meer und dem davor liegenden Heraklion erhält. Die Abfahrt bis zum Ortseingang von Heraklion auf einer Teerpiste ist fahrtechnisch unspektakulär und auch landschaftlich durchwachsen. Bei Martins Bike Station angekommen erfuhren wir von dem Leid mit den französischen Ventilen auf Kreta - also half alles nichts - Bohrmaschine geschnappt und bei einem Rad Ventillöcher aufgebohrt und Autoventilschläuche rein. Nun hatten wir für den Rest der Tour genügend Reserve. Auf diesem Weg nochmal ein herzliches Dankeschön an die nette Unterstützung. Wir folgten nun der vielbefahrenen Old Road Richtung Rethimno und bogen dann nach Tilissos ab. Das zu durchfahrende Tal ist wieder einmal beeindruckend, aber der Gesamtanstieg nach Anogia zieht sich mit ca. 20km ewig in die Länge. Immerhin hatten wir zu dem Zeitpunkt bereits 65km in den Waden und nun zogen sich die 750hm. Anogia an sich ist nicht mein Geschmack, aber im Hotel Aris gibt es eine sehr freundliche Familie und ich kann dieses Hotel für Übernachtungen ausdrücklich empfehlen. Auf jeden Fall war ich an diesem Tag völlig fertig!











